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Durchstarten ins neue Axtesys-Jahr: Professionell, innovativ und mit Sonnenschein!

Axtesys-Geschäftsführer Markus Moser im Neujahrs-Gespräch über Erfolgsrezepte für die Firmen-DNA, sinnstiftende Organisationsstrukturen und strategische Innovationen. Ganz nebenbei plaudern wir ueber Gott und die Welt, den Glücksfaktor Sonnenschein, das Un-Ziel Nasenbohren und darüber, dass heutzutage nicht jeder seines eigenen Glückes Schmied sein kann.

Lieber Markus, Zeit für einen kurzen Rückblick – was hat das Jahr für die Axtesys gebracht?
Es gab im vergangenen Jahr eine starke Professionalisierung in einigen Bereichen und ein Lernen aus Fehlern der Vergangenheit. Vor allem den Bereich Requirements Engineering haben wir auf eine breitere Basis gestellt, damit es nicht mehr nur die Geschäftsführung beherrscht, sondern mehrere Leute in der Firma. Dadurch haben wir diesen single point of failure eliminiert, es gibt keinen Stress mehr, wenn einer von uns nicht mehr dabei ist. Wir haben uns im High End-Design mit Fadi [Anm. d. Redaktion: Fadi Nouh, unser Webdesign-Spezialist] verstärkt, mit dem wir jetzt jemanden haben, der das an einer Universität unterrichtet hat, welche letzten paar Prozent man aus html und CSS rauskitzeln kann. Das ist einfach super.

Was waren die Highlights?
Dass wir beim Fast Forward Award in die allerletzte Runde gekommen sind und dass wir die Digitale Agentur gegründet haben. Wir haben im Industrie 4.0-Umfeld Großes geleistet und sind dafür anerkannt worden, und wir haben die Design-Abteilung mit der Digitalen Agentur deutlich professionalisiert. Und so etwas wie der Digital Future Congress ist natürlich auch wunderbar.

Was hätte besser laufen können?
Wir hatten zwar ein sehr gutes Jahresende, doch am Jahresanfang ist uns ein Großauftrag zwei Tage vor Auftragsstart weggebrochen. Das hat für einiges an Turbulenzen gesorgt. Doch sonst war das Jahr ein sehr gutes. Wir haben Klarheit und Profil gewonnen. Ein zwei Mitarbeiter mehr zu finden, Java-Leute, wäre nicht schlecht.

Wohin wird die Reise 2017 gehen? Kooperationen, Projekte, Schwerpunkte für 2017?
Wir werden weiter Industrie 4.0 pushen, also Software im Industrieumfeld. Industrie 4.0 ist für mich ein Schlagwort, doch Software im Industrieumfeld, dorthin wird die Reise weitergehen. Wir werden schauen, dass wir im Design die Nummer Eins bleiben, das ist mir wichtig. Es stehen einige spannende Projekte am Tapet. Einiges läuft schon, bei anderen sind wir beim Abschluss der Vertragsverhandlungen. Das passt gut.

Dürfen wir uns schon auf ein Herbstfest und einen Digital Future Congress 2017 freuen?
Ja sicher! Das sind absolute Fixstarter. Wir werden das wieder so machen wie heuer, einfach sehr nett. Wir werden schauen, dass wir für den DFC wieder sehr spannende Rednerinnen und Redner finden.

Wird sich der tolle DFC vom November 2016 überhaupt noch toppen lassen?
2016 war der erste, der zweite wird immer besser. [lacht] Aber das werden wir ja heuer sehen.

Welche Themen werden für die Axtesys an Bedeutung gewinnen, welche an Bedeutung verlieren?
Wir werden an der Oberfläche unserer Visualisierungslösung ein wenig ändern müssen, sodass wir in Richtung Angular 2 gehen, also ein paar Technologieupdates. Requirements und Soft Skills haben wir auf die Reihe gebracht, glaube ich, und auch die Teams. Wir haben nun klar definierte Teams, die ganz super zusammenarbeiten. Wir haben das Prinzip „Re-Inventing Organisations“ [Anm. d. Red.: Buch von Frederic Laloux mit dem Untertitel „Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit“] eingeführt. Das war wichtig, das werden wir weiter professionalisieren, wir werden uns also auch intern moderner aufstellen.

Ansonsten liegt unser Fokus auf der Weiterentwicklung unserer Eigenprodukte. Wir haben von der SFG eine Förderung bekommen, und werden aufbauend auf diese Förderung das vorhandene Knowhow in ein Produkt gießen. Dabei sind wir schon recht weit, unsere internen Beta-Tests sind sehr Erfolg versprechend.

Bist du ein Fan von Neujahrsvorsätzen?
Nein. Ich setze mir periodisch ganz klare Ziele, aber definitiv nicht so: Es ist jetzt Neujahr, du brauchst Ziele. Das hält nicht. Ich bin ein großer Fan von kleinen kontinuierlichen Tasks, damit wird man laufend besser. Das halte ich für sinnvoll. Und wenn man bei der Axtesys genau schaut, dann sieht man, dass hier pro Quartal eine neue Anregung oder Innovation hineingetragen wird, die ein paar Quartale wirkt, bis sie wirksam wird oder stirbt. Und dann kommt die nächste, wie in einem Lebenszyklus. Manche Neuerungen werden dann sozusagen in der Firmen-DNA gespeichert und bleiben. Da geht es um Dinge wie beispielsweise das Montagsrundenprotokoll, unser Wissensabend, das sogenannte Feierabendbier oder die 1:1-Gespräche. Diese Strukturen sind heute selbstverständlich für uns. Alle diese Dinge kommen irgendwann mal, manche davon sterben gleich wieder, andere bleiben ewig. Mein Plan, dass jeder ein bis zwei Ziele pro Woche definiert, die er oder sie durchführt, hat sich zum Beispiel nicht durchgesetzt. Auch wenn ich weiß, dass der Vorschlag gut wäre, kann er eben nur angenommen werden, wenn die Menschen auch so ticken, dass er für sie annehmbar ist. Dass wir für alle unsere Tätigkeiten Flyspray-Nummern haben, wurde hingegen von allen akzeptiert, auch wenn es in Wirklichkeit auch kein grundlegend anderer Vorschlag war.

Manchmal kommt es nur auf die Verpackung an, das „Zuckerlpapier“ sozusagen…
Klar! Und dann verpackt man die Dinge eben immer wieder neu und überzeugt einzelne Teammitglieder. Angelika ist dafür leicht zu motivieren, wenn es um Strukturen geht. Mit jedem, den man ins Boot holt, gewinnt eine Idee an Akzeptanz. Im Moment ist mir gerade wichtig, messbare Ziele in der Firma einzuführen, und das werde ich so lange forcieren, bis alle wissen, was ihr Ziel ist und wie es messbar ist.

Dein Erfolgsrezept ist also strukturiertes Arbeiten?
Genau. Dabei möchte ich selbst keine Struktur vorgeben, das halte ich für einen Blödsinn. Jeder schnappt sich sein eigenes Ziel, sagt, hier möchte er oder sie besser werden, und in den meisten Fällen decken sich diese Zielvorstellungen verblüffenderweise mit denen, die die besten für diese Rolle in der Firma sind. Niemand setzt sich das Ziel: „Ich möchte möglichst viel Nasenbohren in der Firma.“ Es wird sein „Ich möchte besser coden, ich möchte Requirements vollständiger erfassen“. Alle übrigen Ziele werden wir durch Einstellungen lösen.

Was bedeutet Glück für dich?
Glücklich bin ich relativ leicht. Einfach ruhig im Sonnenschein sitzen, ganz ruhig werden innerlich. Da bin ich dann sehr glücklich, völlig entspannt und habe dann auch oft sehr gute Ideen.

Gehst du gern ins Casino?
Ich gehe regelmäßig ins Casino… ich war in meinem gesamten Leben schon zwei Mal im Casino, glaube ich. Das ist eine irrsinnige Regelmäßigkeit, glaube ich [lacht]. Nein, im Ernst: Einmal hat die Firma eine Feier gewonnen, einmal hat das Casino uns eingeladen, weil sie bei unserem Herbstfest waren. Ich spiele dann auch nicht im Casino. Ich kaufe die verpflichtenden Chips und schenke sie irgendwem, der gerne spielt.

Könnte man sagen, deine Sicht von Glück ist „Jeder ist sein eigenes Glückes Schmied“ – da braucht es keine äußeren Faktoren?
Prinzipiell schon, aber der Spruch ist mir eigentlich zu zynisch, zu calvinistisch.

Zu leistungsorientiert?
Naja, er stimmt einfach nicht. Viele in unserer Branche, werden für ihren Erfolg bewundert, doch die meisten Erfolgsgeschichten beruhen auf Glücksfällen wie dem guten Netzwerk oder dem Startkapital der Eltern. Und andere, die die gleiche Idee haben und vielleicht sogar besser sind, haben nicht dieselbe Ausgangsposition und schaffen es nicht. Daher: Der Spruch „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ ist schon ganz nett, aber oft nicht treffend.

Was wünschst du deinen Kundinnen und Kunden?
Ich wünsche ihnen ein erfolgreiches kommendes Jahr, viel Freude bei der Zusammenarbeit und die nötige Portion Glück, um das zu erreichen, was sie möchten!